"The Crux of the Biscuit..."

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"The Crux of the Biscuit..."

Beitrag von Spoletta am Sa Feb 23 2008, 18:05

Cucamonga


Daß nachweislich seit 1965 Zappas Texte bevölkert sind von mistery men und Spionen verschiedenster Couleur, hat auch einen biographischen Hintergrund, denn als Auslöser dieser auf Klandestines fixierten Obsession kann durchaus die sogenannte Sex-Affäre von Cucamonga im Jahre 1964 angesehen werden. In dieser kalifornischen Kleinstadt legte der bei allen 7500 Einwohnern außer Zappa bekannte Detective Willis diesen durch die fingierte Bestellung einer "besonderen Aufnahme" für einen Herrenabend herein. Zappa kam wegen "Verschwörung zur Verbreitung von Pornographie" vor Gericht und wurde zu zehn Tagen Gefängnis und drei Jahren Bewährung verurteilt. Clou der Geschichte ist, daß das Ganze anscheinend anläßlich eines geplanten Ausbaus der Hauptstraße inszeniert worden war, und tatsächlich mußte Zappa nach Verbüßen der Haftstrafe sein Studio Z räumen.
(Zappa/Occhiogrosso 1989, 55-60, s.a. 1991, 60-66).


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Re: "The Crux of the Biscuit..."

Beitrag von Béatrice am So Feb 24 2008, 00:54

" Folgsam beachtet Watson Adornos Forderung, die Elemente der Kritik eigens dem Objekt zu entnehmen; gleichzeitig scheitert er daran, weil er mehr der Dadaistik Zappas nachkommt als dass er dessen Statements und Kompositionstechniken selbst untersuchte, die von ihr wie besessen sind. Er nimmt Zappas Präsenz, die lebendige, sehr stark beeindruckende permanente Show, für die Sache selbst. Das führt ihn in zwei Schwierigkeiten, dem Substantiellen gegenüber, von dem es doch eben gar nicht viel zu verzehren gäbe, verunsichert dazustehen, das Spielerische andererseits, das Zappa keineswegs überschätzte, unnötig aufzublasen. Zappa litt nicht eigentlich unter einer von vielen AutorInnen beanstandeten Selbstüberschätzung, weil er sein Werk korrekt als Entertainment deklarierte. Seine Mittel sind ausnahmslos die der Unterhaltung, was er provokativ direkt noch 1993 dem Autor klarzumachen versuchte. Sein Werk, sagt Zappa, "is entertainment" - sonst nichts.
Allerdings: was ist das für ein Entertainment! Es besteht in so reicher und unerschöpflicher Fülle, dass es uns jetzt erscheinen will wie die durchgestaltete Schönheit der Berglandschaft, die in nichts so Wirkung zeigt wie im Widerstand gegen die Idiotie der Tourismusplaner im besonderen, der Unterhaltungsindustriellen im allgemeinen. Und es enthält Einzelstücke, die auch substantieller Kritik mit Leichtigkeit zu widerstehen vermögen. Hätte Zappa mehr Stücke geschrieben wie "Aybe Sea" (auf Burnt Weeny Sandwich) für Klavier alleine, man würde wohlgesonnener über seine kompositorischen Ambitionen urteilen - es ist ein Wunderding! Die ästhetische Ebene im Ganzen aber, die Watson ohne es durchsichtig machen zu können als das wahre Objektive Zappas begreift, geht, ernst genommen, nicht über Gershwin und Bernstein hinaus. Adorno sagt zwar, die technische Analyse sei wichtiger als die ästhetische Konzeption; er kann das aber nur deswegen behaupten, weil er die Kraft hat, in der Technik selbst des langen und breiten das Ästhetische aufzuweisen. Ohne diese superbe, exzeptionelle kompositorische Begabung ist man darauf angewiesen, in verkürzten ästhetischen Begriffen das Ästhetische klarzustellen. Es bleibt dann diskursiv das Ästhetische der Bereich, der über den Wert eines Komponisten entscheidet.
Gewiss ist, über die sehr tief positionierten Hürden von Gershwin und Bernstein gelangt Zappa nicht hinaus. Vielleicht ist es seiner späten Troglodytie geschuldet, seiner lichtscheuen Lebensweise noch vor der Erkrankung, dass er sein Verständnis von musikalischer Ästhetik, trotz der forcierten, allerschrecklichsten Humorismen, vom Widerspenstigen, das bei ihm doch im Rock angelegt ist, freizumachen versuchte, um auf obszöne Weise schlechte Musik zu machen wie die zwei genannten. Watson kommt mit dieser Problematik nur schwer zurande. Dabei stünden seine Karten gar nicht so schlecht; nur bringt er sich dadurch ums Beste, dass er Zappa von Anfang an nicht als Phänomen der Kulturindustrie begreifen will, sondern als Gleichrangigen neben Joyce, Adorno, Boulez. Er blendet dadurch das Rätsel aus, das uns Zappa aufgibt, dass da nämlich ein Akteur der Kulturindustrie es in der Tat zuwege bringt, uns in eine Stimmung zu versetzen wie es Joyce, Adorno, Boulez zuwege bringen"
gekürzt
Ben Watson,
Frank Zappa
The Negative Dialectics of Poodle Play
London 1994



Don't Eat The Yellow Snow




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that fucking D chord

Beitrag von Mario C. am So Feb 24 2008, 01:29






Bobby Brown




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Re: "The Crux of the Biscuit..."

Beitrag von Baron Scarpia am Di März 11 2008, 01:31

Dieser Bobby Brown hat wirklich Glück.
Nur dadurch, daß er im Fremdländischen wohnt, kann ich Ihn nicht verhaften lassen.
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